Berufsintegriertes Sprachlernen

Berufsintegriertes Sprachlernen

In der berufsintegrierten Sprachförderung wird davon ausgegangen, dass die fachlichen Inhalte eines Berufs und ihre sprachlichen Formen am sinnvollsten erlernt werden können, wenn sie möglichst eng miteinander verknüpft und in den Arbeits- und Lernprozess eingebunden sind.

Die Vermittlung von Fachinhalten in der beruflichen Ausbildung steht daher nach wie vor im Zentrum; jedoch werden gleichermaßen die sprachlichen Ausdrucksformen der Fachinhalte in die Ausbildung integriert. Das Sprachlernen wird unmittelbar aus der fachlichen Lernsituation heraus abgeleitet und angeregt. Die Materialbasis der integrierten Sprachförderung sind daher auch die in der beruflichen Ausbildung genutzten Fachtexte und die kommunikativen Situationen im tatsächlichen Arbeits-, Schul- bzw. Lernalltag. Die integrierte Sprachförderung bezieht sich somit auf die Gesamtheit der sprachlichen Anforderungen, die ein Berufsbild mit sich bringt.

Eine systematische sprachförderliche Gestaltung von Lernprozessen am Arbeitsplatz ermöglicht es Mitarbeitenden mit (und ohne) Migrationshintergrund, sich fach- und bildungssprachlich weiterzuentwickeln und damit ihre Handlungsfähigkeit am Arbeitsplatz und – nicht zuletzt – ihre berufsbiographischen Möglichkeiten zu verbessern.

 

Die Vorteile für die Lernenden

Die Vorteile des berufsintegrierten Sprachlernens liegen vor allem darin, dass die Notwendigkeit des Spracherwerbs aus der aktuellen beruflichen (Lern-)Situation heraus für die Lernenden sichtbar wird. Das Sprachlernen ist direkt und bedarfsorientiert motiviert. Die jeweilige Aktualität des Sprachlernens führt meist zu einer unmittelbaren Erfolgserfahrung („Sprache funktioniert“), die sich in einer besseren Verständigung auf verschiedenen Ebenen zeigt (z.B. beim Verstehen von Fachtexten, in der Kommunikation mit Kolleg/-innen und Kund/-innen, beim Verfassen von Berichten etc. ).

Nach bisheriger Erfahrung wird das im Arbeits- und Lernalltag häufig (von beiden Seiten) als Belastungsfaktor wahrgenommene Thema „Sprache“ relativ schnell als produktiv zu bearbeitendes Lernthema erkannt und der einmal angestoßene Sprachlernprozess kontinuierlich mit dem Ziel, eine bewusste (berufs-)sprachliche Handlungsfähigkeit zu erreichen, weitergeführt.

Eine Einbindung aller Akteure – Kolleginnen, Kollegen und Vorgesetzte – führt zu einer Vernetzung, die das berufsintegrierte Sprachlernen innerhalb eines Betriebs verstetigen kann.

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